Europäischer und deutscher Rahmen für den Wärmemarkt

Die Abhängigkeit von Energieimporten Europas liegt bei knapp über 50 % und wird bis 2030 70 % erreichen, sollten keine Gegenmaßnahmen getroffen werden. Neben der Reduzierung der hohen Abhängigkeit setzt sich die EU ambitionierte Ziele wie den Klimaschutz und die Entlastung der Volkswirtschaften durch die Verringerung der Kosten der Energieimporte.

Dem größten Energieverbrauchssektor Europas, dem Wärmemarkt, widmet die Kommission besondere Beachtung. Dies schlägt sich in folgenden Richtlinien bzw. Verordnungen mit Relevanz für den Wärmemarkt nieder:

  1. Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) mit ihrer deutschen Entsprechung über die Energieeinsparverordnung, EnEV
  2. Ökodesign-Richtlinie, ErP (Energy relevant Products), über die europaweit Produkte wie Wärmeerzeuger hinsichtlich ihrer Energieeffizienz gekennzeichnet werden müssen (Umsetzung bis September 2015, Kick-off der Industrie auf der ISH im März 2015) und die in 2015 in Deutschland implementiert werden müsste.
  3. Die Energieeffizienzrichtlinie kann über einen ordnungsrechtlichen Rahmen Energiedarbieter dazu verpflichten, bei ihren Kunden jährlich 1,5 % an Energie einzusparen. Bei öffentlichen Gebäuden (in Deutschland Bundesbauten) würde die ordnungsrechtliche Verpflichtung zu einer Einsparung von 3 % pro Jahr führen. Das Ziel der Kommission lautet, über diese Richtlinie 27 % bis zum Jahr 2030 einzusparen.
  4. Alternative zu ordnungsrechtlichen Verpflichtungen: Förderung von Effizienzmaßnahmen über Anreize
  5. Richtlinie zur Steigerung des Einsatzes erneuerbarer Energien, RES (Renewable Energy Sources): Es sollen 20 % Anteil der erneuerbaren Energien im Wärme- und Kältemarkt bis 2020 erreicht werden. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen existieren für die EU-Länder unterschiedliche Zielmarken. In Deutschland beträgt diese 14 %.

Der BDH setzt sich grundsätzlich dafür ein, auf Ordnungsrecht im Gebäudebestand zu verzichten und Ordnungsrecht ausschließlich auf den Neubau zu beschränken. Statt einer verpflichtenden ordnungsrechtlichen Rahmensetzung für den Bestand votiert der BDH für eine Politik der Anreize mit dem Ziel, das reichlich vorhandene private Kapital für Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebestand zu mobilisieren. Hierbei setzt der BDH auf den Dreiklang der KfW-Förderung, des Marktanreizprogramms und der steuerlichen Anreize.

Im Ordnungsrecht, das sich tatsächlich in Deutschland fast ausschließlich auf den Neubau beschränkt, setzt sich der BDH für technologie- und energieoffene rechtliche Rahmensetzungen ein bei gleichzeitigem Verzicht auf Technologieförderung. Auf diese Weise soll der Wettbewerb der Systeme – zum Beispiel zwischen Anlagentechnik und Maßnahmen an der Gebäudehülle – erhalten und gefördert werden. Diese marktwirtschaftliche Position schafft im Übrigen ein positives Klima für Innovationen bei Energieeffizienztechnologien und -systemen. 

 

 

 
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