Vor gut 10 Jahren wäre eine Einladung zu einer Veranstaltung über Wärmepumpen sowohl im BDH als auch in meinem eigenen Hause auf taube Ohren gestoßen. Ganz anders stellt sich die Situation im Jahre 2005 dar, einem Jahr, in dem die Gazetten voll sind von beunruhigenden Nachrichten über exorbitante Preissteigerungen für Heizöl und Gas. Hier ist ein Prozess im Gange, dessen letztendliche Auswirkungen noch nicht absehbar sind. In einem solchen Jahr schauen selbstverständlich Politik, Öffentlichkeit und nicht zuletzt der Endverbraucher auf Möglichkeiten, zumindest einen Teil der exorbitanten Zusatzkosten für die Wärmeerzeugung in Gebäuden zu kompensieren.
Nicht nur die Preissteigerungen für Heizöl und Erdgas sowie Strom, sondern auch ein insgesamt gestiegenes Umweltbewusstsein haben in den vergangenen Jahren und vor allem auch in den letzten Monaten einen beispiellosen Boom für effiziente Systeme, die erneuerbare Energien einkoppeln, ausgelöst.
Besonders profitieren die Pelletskessel von der gegenwärtigen Stimmung am Markt. Aber auch die Solarthermie und nicht zuletzt die hier diskutierte Wärmepumpe verzeichnen gesunde Zuwächse. Der Wärmepumpenmarkt wird in Deutschland im Jahr 2005 voraussichtlich ca. 20.000 erreichen.
Diese erfreuliche Zahl soll nicht davon ablenken, dass dies gerade mal 2% des deutschen Gesamtmarktes für Wärmeerzeuger darstellt. Auch wenn die Wärmepumpe heute noch ein Nischenprodukt im Wärmeerzeugermarkt darstellt, so beeindrucken allerdings die stabilen, kräftigen Wachstumszahlen der vergangenen Jahre, die immer leicht im zweistelligen Plus-Bereich lagen.
Die Wärmepumpenindustrie ist nach Gründung einer BDH-AG "Wärmepumpen" im Jahr 2003 zu einem erheblichen Teil im BDH organisiert. Die Wärmepumpenindustrie selbst ist heute noch hauptsächlich mittelständig strukturiert, auch wenn mittlerweile alle großen Anbieter Wärmepumpen im Portfolio führen. Fest steht aber heute schon, dass es nicht wie Anfang der 80er Jahre bei einem kurzen Intermezzo bleiben wird, sondern dass die Wärmepumpe ihren festen Platz im Portfolio der effizienten Systeme am Markt eingenommen hat.
Für diese Feststellung sprechen nicht nur die Wachstumszahlen, sondern auch die mittlerweile ausgereifte und zuverlässige Technik, die bei der Herstellung von Wärmepumpen Anwendung findet. Wärmepumpen können heute den gesamten Bedarf an Wärme und Trinkwasser eines Neubaus oder Bestandsgebäudes abdecken bei gleichzeitiger Einkopplung von Umweltwärme. Die Wärmepumpe ist im Sinne der Nutzung von Umweltwärme hocheffizient bei heute möglichen Arbeitszahlen von ca. 4.
Dass sich praktisch alle großen Hersteller in Deutschland neben den traditionellen mittelständischen Unternehmen mit der Materie befassen, zeugt davon, dass dieses Produkt längst integraler Bestandteil einer Unternehmensstrategie geworden ist, die darauf abzielt, alle Marktsegmente abzudecken und dem wachsenden Bedürfnis von Endverbrauchern nach energieeffizienten Systemen, die erneuerbare Energien einkoppeln, in allen Bereichen entgegenzukommen.
Das Engagement der Industrie zur weiteren Vermarktung von Wärmepumpen wurde auf allen Ebenen stark intensiviert. Die energetische Effizienz der Anlagen konnte noch einmal deutlich gesteigert werden. Dies betrifft Anlagenkonfigurationen sowohl für Neu- als auch für Altbauten. Durch geringfügige Erweiterungen der Wärmepumpen besteht die die Möglichkeit zur sommerlichen Gebäudekühlung, einem Komfortaspekt der im Markt zunehmend nachgefragt wird. Weiterhin erfolgten seitens der Industrie erhebliche Investitionen in die Produktfertigung zur Deckung der wachsenden Nachfrage.
Sorge bereitet uns nach wie vor das zu niedrige Qualifikationsniveau auf Ebene der Verarbeiter. Niemandem hier muss erklärt werden, welche hohen Anforderungen an die Installation eines Wärmepumpensystems existieren. Es ist nicht damit getan, alleine Installationstechniken für Gas- oder Ölkessel zu beherrschen. Die Wärmepumpe erfordert bestimmte Installationstechniken und damit ein tieferes Know-how, was wiederum für eine Qualifikationsoffensive spricht. Durch Schulungen und Bereitstellung von Informationsmaterialien für Kundenansprache und Anlagenauslegung leistet die Industrie hier wichtige Hilfe.
Unter Berücksichtigung der bisherigen Ausführungen wundert es schon, dass die Politik - die Energie-, die Wirtschafts-, die Umweltpolitik - die Wärmepumpe noch äußerst stiefmütterlich behandelt. Während der Rot-Grünen Regierung lag ihr Stellenwert bei Null - nach der Devise, dass es sich hierbei um ein stromgeführtes System handelt. Ein Indikator für die politische Nicht-Beachtung dieses hocheffizienten Produktes ist die nicht-existente Förderung und damit Diskriminierung gegenüber anderen erneuerbaren Energien, die im Rahmen des MAP zumindest eine Anschubfinanzierung erhalten. Der BDH setzt sich daher für eine Erweiterung des MAP um die Förderung von Wärmepumpen als System zur Nutzung erdnaher Geothermie ein. Kriterium für die Förderung von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien soll deren Effizienz sein ohne jede Festlegung auf eine einzelne Systemtechnik.
Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg der stärkeren Verbreitung der Wärmepumpe auf dem Wärmemarkt ist aus unserer Sicht das Bemühen einzelner EU-Mitgliedsstaaten und einiger Kräfte im BMU, bei den FCKW-Ersatzstoffen stärkere Anforderungen durchzusetzen. Jedem hier im Raum ist bewusst, dass nichts gegen neue Forschungsvorhaben mit dem Ziel, CO2 als Kältemittel einzuführen, einzuwenden ist. Allerdings wissen wir auch alle, dass ein Verbot der jetzt eingesetzten FCKW-Ersatzstoffe das Ende einer wirtschaftlich und zuverlässig sowie ökologisch effizienten Wärmepumpe bedeuten würde. Daher nutzen wir unseren Kontaktnimbus, um auf diesen Umstand hinzuweisen. Wir werben damit, dass die ökologischen Vorteile der Wärmepumpe bei weitem die minimalen Risiken der Verwendung der heutigen FCKW-Ersatzstoffe übersteigen.
Konkret lehnen wir bei der weiteren Ausgestaltung der so genannten F-Gase-Verbots-Verordnung (Regulation on certain flourinated greenhouse gases) die Ermöglichung nationaler Zusatzanforderungen konsequent ab. Dieses würde auch dem Grundgedanken des europäischen Binnenmarktes widersprechen. Weiterhin sollte die Richtlinie unter Berücksichtigung der technologischen Entwicklung Ausnahmeregelungen für fabrikgefertigte hermetische Anlagen enthalten.
Der BDH setzt vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Rahmenbedingungen im Energiesektor auf die stärkere Penetrierung des Marktes mit Hightech für die Wärmeerzeugung unter Einbeziehung erneuerbarer Energien. Dabei möchten wir die Politik überzeugen, sich des Themas stärker zu widmen. Uns allen ist bewusst, dass bei dem Anteil der Wärmeerzeugung im Haus von 35% am gesamten Energieverbrauch Deutschlands und Europas das heutige energie- und umweltpolitische Bewusstsein der Entscheider in Brüssel und in Berlin für diesen Bereich unterentwickelt ist. Das ist unser aller Aufgabe, die Fakten zu schildern und auf die enormen CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotenziale im Gebäudebereich hinzuweisen.
Wesentliche Impulse zur Belebung des Modernisierungsmarktes erwarten wir durch die ab 2006 obligatorischen Energiepässe. Hierdurch erhalten Immobilieneigentümer und -nutzer erstmalig Transparenz über den ganzheitlichen energetischen Zustand des Gebäudes und das durch Modernisierungsmaßnahmen erreichbare Einsparpotential. Wie Erfahrungen aus den früheren Jahren zeigen sind zunächst flankierende Anschubfinanzierungen erforderlich. Studien belegen, dass diese Förderungen wegen des Rückflusses an Steuern und Sozialabgaben für den Staat letztendlich kostenneutral sind.
In der Bevölkerung sind die bei Modernisierungen erreichbaren Einsparpotentiale noch weitgehend unbekannt. Durch Einsatz der Brennwerttechnik, die für beide Energieträger Erdgas und Heizöl angeboten wird, bei der Anlagenmodernisierung ergeben sich bereits erhebliche Energieeinsparungen, die je nach Ausgangssituation mehr als 25% betragen kann. Deutliche weitere Einsparungen ermöglicht der Einsatz von erneuerbaren Energien. Sonnenenergie lässt sich hierbei direkt mit Solaranlagen oder indirekt mit Wärmepumpen nutzen. Selbstverständlich sind Wärmepumpen mit Solaranlagen kombinierbar. Durch konsequente Anwendung moderner Anlagentechnik in Kombination mit Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien sind bei der Anlagenmodernisierung Energieeinsparungen von 40% möglich.
Der Schlüssel für CO2-Minderung und Energieeinsparung liegt somit im Gebäudebestand und bei konsequenter Verwendung des Stands der Technik bei gleichzeitiger Vermeidung billiger und ökologisch ineffizienter Lösungsansätze. Wir werben daher für eine Offensive für solche Systeme und bitten darum, diesen Dialog ohne jede Diskreditierung einzelner Technologieansätze zu betreiben. Eine Polarisierung zwischen Systemen wie Wärmepumpen auf der einen und Gasbrennwerttechnik in Verbindung mit Solarthermie auf der anderen Seite muss vermieden werden. Dies ist nur ein Beispiel von vielen für den nicht-zielführenden Ansatz, Vorteile für das eigene Produktsegment zu erreichen. Ein positives Beispiel für diesen Grundsatz ist die Arbeit innerhalb unserer Organisation. Alle erneuerbaren Energien sind in einer Abteilung zusammengeschlossen, deren Führung darüber wacht, dass keine kanibalisierenden Aussagen in der Öffentlichkeit erscheinen. Auf diese Weise kann der Kuchen für alle ausgereiften und ökologisch effizienten Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien insgesamt deutlich vergrößert werden zum Nutzen aller Ansätze, die die Hersteller anbieten. In diesem Sinne begrüßt der BDH die von Solarpraxis initiierte und durchgeführte Serie von Foren zu den einzelnen Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Auch in Zukunft werden wir jede Initiative unterstützen, die technologieneutral auf die Vorzüge der Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien hinweist, die Vorbehalte in der Politik ausräumt und die Fachwelt sowie die Endverbraucher sensibilisiert für die enormen Chancen, die sich durch die stärkere Verwendung dieser Technologien für Umwelt, Ökologie und Endverbraucher bieten.
Die Industrie leistet hier auch zukünftig erhebliche eigene Beiträge. Die BDH-Mitgliedsunternehmen verfolgen das Ziel, den Anteil an Heizsystemen, der in Verbindung mit Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energie installiert wird von derzeit 8% bis zum Jahr 2015 auf 80% zu erhöhen.
Marktentwicklung in Europa
Wohnungslüftungsanlagen sind in einigen europäischen Nachbarländern bereits ein selbstverständlicher Bestandteil modernen Bauens. Die zunehmend dichte Bauweise sowohl im Neubau als auch bei der Gebäudesanierung führt auch in Deutschland zu einem zunehmenden Einsatz von Lüftungsanlagen. Die aktuell stark gestiegenen Energiepreise generieren wegen der energiesparenden Wirkung von Lüftungsanlagen eine zusätzliche Nachfrage.
Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarländern, die, wie die Beispiele Niederlande oder Schweden zeigen, einer mangelnden Fürsorge des Staates für seine Bürger unverdächtig sind, wollen einzelne deutsche Einrichtungen zusätzlich Anforderungen an Lüftungsanlagen stellen, die teilweise im Widerspruch zur Produktnormung stehen. Ergänzend zu den bereits von anderen Institutionen angestrebten Zusatzprüfungen über den Umfang der Produktnormung hinaus versucht der VDI derzeit mit der Überarbeitung der VDI 6022 eine zusätzliche Regelung für Lüftungsanlagen zu etablieren. Vor dem Hintergrund des europäischen Rechtsrahmens, der durch zusätzliche Anforderungen hervorgerufenen Irritationen im Markt und der unakzeptablen Kostenbelastungen wird dies zunehmend hinterfragt.
Zusätzliche Regelungsbestrebungen des VDI
Die Überarbeitung der Richtlinie VDI 6022 Teil 1 erfolgt derzeit nahezu ausschließlich durch Mitarbeiter wissenschaftlicher und institutioneller Einrichtungen sowie von Anbietern von RLT-Großanlagen für Nichtwohngebäude. Hierbei ist in der aktuellen Entwurfsfassung vom Februar 2005 der Geltungsbereich um die „Kontrollierte Wohnungslüftung“ erweitert worden. Gegen diese ohne Beteiligung betroffener Verkehrskreise vorge¬nommene Erweiterung erhielt der VDI derart viele Einsprüche, dass eine dreitägige Einspruchssitzung notwendig war. Der Richtlinienausschuß selbst erkannte die Notwendigkeit zur Überarbeitung und erteilte noch keine Freigabe zum Weißdruck.
Der vorliegende Entwurf der Richtlinie VDI 6022 stellt in Summe gegenüber dem Status quo in nennenswertem Umfang ergänzende Anforderungen an die Herstellung und den Betrieb von Wohnungslüftungsanlagen. Und dies, obgleich weder aktuelle Praxisstudien über Wohngebäude noch Vorgaben des Gesetzgebers Anlass zu einer Erweiterung der Anforderungen geben.
Die ursprüngliche Richtlinie betraf nur RLT-Anlagen, deren Marktumfeld, wie auch die getrennte Behandlung in der DIN V 18599 zeigt, nicht auf das von industriell vorgefertigten Wohnungslüftungsanlagen übertragbar ist. Wegen des Geltungsbereichs der ursprünglichen Richtlinie nur für RLT-Anlagen erfolgte keine Mitarbeit der Wohnungslüftungsindustrie im Richtlinienausschuss. Weiterhin sah die betroffene Industrie keine Notwendigkeit zur Regelung von Anforderungen in einer VDI-Richtlinie, da Produktanforderungen unter Beteiligung aller Verkehrskreise abschließend in DIN-Normen behandelt werden.
Die Anforderungen an Wohnungslüftungsanlagen werden umfassend und abschließend in den überarbeiteten Normen DIN 1946 Teil 6 und Teil 10 sowie in den europäischen Produktnormen geregelt. Diese beinhalten auch notwendige Hinweise zur Wartung und Instandhaltung. Es besteht daher kein Bedarf für parallele, teilweise sogar zur DIN-Normung konträre VDI-Richtlinien.
Wohnungslüftungsanlagen sind mit „CE“ gekennzeichnet. Derart gekennzeichnete Produkte haben bereits aus EG-rechtlichen Gründen Anspruch auf ungehinderten Marktzugang und zwar sowohl hinsichtlich des In-Verkehr-Bringens als auch hinsichtlich ihrer Inbetriebnahme. Eine EG-Rechtskonformität darüber hinausgehender Anforderungen, etwa durch Anwendung von VDI-Richtlinien, ist, zu prüfen.
Satzung des VDI
Aufgrund der bisherigen Ausführungen ist erkennbar, dass die Mandatierung und Bearbeitung des Richtlinienprojektes nicht im Einklang mit der
Satzung des VDI (Richtlinie VDI 1000) steht, wonach:
• Entsprechend § 1.2 der VDI 1000 soll „der VDI das Bemühen des DIN unterstützen, das Deutsche Normenwerk als einheitliches, alle Gebiete der Technik umfassendes Regelwerk zu erstellen…“,
• weiterhin sollen gemäß § 2 der VDI 1000 „die Ausschüsse so besetzt werden, dass im Rahmen des Möglichen alle berechtigten Interessen angemessen vertreten sind“
• entsprechend § 3.2 der VDI 1000 soll vor der Durchführung von Richtlinienprojekten geprüft werden, ob:
o ein aktueller Bedarf für das Richtlinienprojekt besteht
o Personen aus den interessierten Kreisen bereit sind mitzuarbeiten
o entsprechende Arbeiten nicht bereits in anderen Gremien durchgeführt werden.
Die genannten Argumente wurden in den Einspruchssitzungen nicht beantwortet!
Wie dargelegt, waren bei der Überarbeitung der Richtlinie VDI 6022 keine betroffenen Verkehrskreise von Industrie und Handwerk beteiligt. Und daraus folgt unstrittig, dass ein gegen das Votum von Industrie, verarbeitendem Handwerk und Wohnungswirtschaft erarbeiteter Richtlinienentwurf nicht als Regel der Technik anerkannt werden kann.
Fazit:
Die VDI 6022 stellt bereits deshalb für Wohnungslüftungsanlagen keine allgemein anerkannte Regel der Technik dar, weil Ihr Zustandekommen den dafür niedergelegten Grundsätzen (z.B. DIN 820, VDI 1000) nicht entspricht. Sie gibt im Übrigen auch inhaltlich nicht dasjenige wieder, was von der überwiegenden Anzahl der Fachleute als technische Lösung „lege artis“ angesehen wird.
Für den Bereich der Wohnungslüftung ist jedoch nach einhelliger Auffassung aller betroffenen Kreise eine ausschließliche Behandlung von Produktanforderungen in den überarbeiteten DIN-Normen 1946 Teile 6 und T 10 sowie auf Basis der europäischen Regelungen angezeigt. Selbstverständlich war den Mitgliedern des VDI-Richtlinienausschusses eine Mitarbeit in den DIN-Normungsausschüssen möglich. Dies ist jedoch aus Gründen der Projektfinanzierung von Seiten der VDI-Ausschussmitglieder abgelehnt worden.
Die Produktprüfungen auf Basis der Normen führen zur „CE“-Kennzeichnung. Viele Unternehmen nehmen keine weiteren Kennzeichnungen vor.
Wegen des fehlenden Nutzens und der z.T. erheblichen Mehrkosten werden im Markt kaum nationale Zusatzkennzeichnungen nachgefragt.
In der Automobilindustrie wird die VDI 6022 aus prinzipiell ähnlichen Erwägungen ebenfalls nicht als Regel der Technik akzeptiert.
Das Europäische Parlament hat sich mit großer Mehrheit für neue Prioritäten bei den erneuerbaren Energien ausgesprochen. Die Abgeordneten nahmen einen Bericht des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie an. Die Vorlage des luxemburgischen grünen Abgeordneten Claude Turmes wurde allerdings in einigen Teilen substanziell geändert. Der Bericht hat keine unmittelbar bindende Wirkung, ist jedoch politisch von großer Bedeutung, da das neu gewählte Parlament sich zum ersten Mal systematisch mit dem Thema auseinander setzt und die Europäische Kommission an einigen wichtigen Initiativen in diesem Bereich arbeitet.
Die wichtigsten angenommenen Punkte sind:
1. eine massive Unterstützung der nachwachsenden Rohstoffe (Biomasse). Das Parlament stellt fest, dass die Nutzung von Biomasse gegenüber konventionellen Energieträgern, aber auch anderen erneuerbaren Energien, eine Reihe von Vorteilen bietet, zum Beispiel die Tatsache, dass sie nicht von kurzfristigen Wetterschwankungen abhängt und dass die Möglichkeiten für die Landwirte gestärkt werden. Die Abgeordneten unterstützen die Pläne der Europäischen Kommission, einen Aktionsplan Biomasse vorzulegen, und fordern, dass alle Instrumente der EU-Politik, zum Beispiel Strukturfonds und Agrarfonds, zur Förderung von Biomasse genutzt werden.
2. Das Parlament fordert, dass die Förderung erneuerbarer Energien langfristig europäisch einheitlich geschieht. Dabei sei ein europäisches Energieeinspeisegesetz die zurzeit am besten denkbare Option. Andere Modelle könnten in Betracht gezogen werden, wenn ihre derzeitigen Schwachstellen ausgeräumt seien.
3. Wichtig ist für die Abgeordneten, die Kosten der erneuerbaren Energien zu senken, um die Belastungen für die Verbraucher und die Industrie zu minimieren.
4. Das Ziel, den Gesamtanteil der erneuerbaren Energien bei allen Energieträgern in Europa auf 25% heraufzusetzen, wurde abgelehnt. Vielmehr bekräftigte das Parlament seine bisherige Position, dass man ein Ziel von 20% im Jahr 2020 anstreben sollte.
5. Die Windenergie wird in dem endgültigen Text weniger positiv bewertet als in der ursprünglichen Vorlage. Durch angenommene Änderungsanträge wird darauf hingewiesen, dass es Probleme mit der Netzstabilität gibt, weil durch Wind nicht konstant Strom erzeugt wird, und es wird darauf hingewiesen, dass die Probleme der Bevölkerung stärker in den Blick genommen werden müssen.
Kohärente Strategie im Bereich Heizung und Kühlung gefordert
Der wichtigste Punkt, den das Parlament angenommen hat, ist nach Ansicht des Schattenberichterstatters der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-ED), Peter Liese (CDU), die Forderung nach einer kohärenten europäischen Strategie zum Einsatz erneuerbarer Energien im Bereich Heizung und Kühlung. Obwohl der Bereich sehr stark von Öl- und Gasimporten abhängig ist und mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen in Europa verursacht, gibt es in diesem Bereich bisher keine kohärente Strategie. Die Abgeordneten fordern eine Richtlinie, die allerdings keine bürokratischen Anforderungen für jeden Häuslebauer von Brüssel aus beschließt, sondern auf zeitlich begrenzte Anreize und eine Koordination der Aktivitäten in den Mitgliedstaaten setzt.
"Im Bereich der Heizung und Kühlung können wir mit relativ wenig Geld sehr viel CO2 und fossile Rohstoffe einsparen, da der Unterschied zwischen tatsächlichen Produktionskosten und Wettbewerbsfähigkeit extrem niedrig ist. Das Problem besteht nicht in unüberwindbaren technischen Hürden, sondern lediglich in der Erzeugung einer kritischen Masse. Wenn wir durch zeitlich begrenzte Anreize den Markt einmal in Gang bringen, wird er sich sehr viel schneller selbst tragen als in anderen Anwendungsbereichen der erneuerbaren Energien. Europa kann hier besonders hilfreich sein, weil es sich für Produktionsfirmen natürlich eher rechnet, wenn ganz Europa auf dieses Thema setzt, als wenn nur ein Mitgliedstaat alleine erneuerbare Energien im Bereich der Heizung zur Priorität macht", so Liese. Er berichtete von einem Gespräch mit Energiekommissar Piebalgs, der die Initiative der EVP-Fraktion und des Parlamentes sehr positiv aufnahm.
Zum Abstimmungsergebnis erklärte der Koordinator der EVP-ED-Fraktion im zuständigen Ausschuss, Dr. Paul Rübig (ÖVP): "Durch die Änderungsanträge der EVP-ED ist es uns gelungen, die Notwendigkeit der Förderung erneuerbarer Energien, die wir aus Umweltschutzgründen und wegen der Abhängigkeit vom Öl für notwendig halten, mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten wie Kosten und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen".
Für weitere Informationen:
Dr. Peter Liese MdEP, Tel. +33 388 17 7981
Die fast täglich auf neue Rekordkurse steigende Energiepreise lassen für die diesjährige Heizperiode das Schlimmste befürchten. Schon jetzt warnen Verbraucherschutz- und Mieterverbände vor den drastisch gestiegenen Ölpreisen, wodurch sich die Heizkosten im kommenden Winter um mindestens 30% erhöhen werden. Da bekommt so mancher jetzt schon eine Gänsehaut, wenn er an seine Heizkostenabrechnung denkt.
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich sicherlich, einmal darüber nachzudenken, wie man mit energiesparender Bauweise und moderner Lüftungstechnik seinen Energieverbrauch deutlich verringern kann. Der Gesetzgeber schreibt in diesem Zusammenhang ja bereits für Neubauten Mindestdämmwerte sowie eine luftdichte Bauweise nach der seit 2002 geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Dieser Schritt in die richtige Richtung wird allerdings oft wieder relativiert, da man bei den energetischen Anstrengungen nicht selten die Komfortable Wohnungslüftung vergisst. Dabei sind mit ihr weitere 40% Energieeinsparung möglich!
Bereits aus raumklimatischen Gründen ist die Wohnungslüftung notwendig, da bei dichten Gebäuden der natürliche Luftwechsel nicht mehr stattfinden kann. Das hat zur Folge, dass Gerüche und insbesondere Feuchtigkeit im Gebäude bleiben und führt, wenn nicht für ausreichenden Luftwechsel gesorgt wird, zur Schimmelbildung und einer hohen CO2-Konzentration. Das gleiche gilt im Übrigen auch für Altbauten. Auch hier wird durch Sanierungsmassnahmen wie Austausch von Fenstern und Wärmedämmung die Gebäudehülle abgedichtet, um Energie einzusparen. Allerdings mit dem gleichen Effekt: Der hygienisch notwendige Luftwechsel wird eingeschränkt.
Die optimale Lösung bietet hier die Komfortable Wohnungslüftung, da sie durch eine kontinuierliche Frischluftzufuhr bei gleichzeitiger Abführung von Feuchtigkeit und Gerüchen Lufthygiene und Behaglichkeit in Einklang bringt.
Und darüber hinaus steigert die Wohnungslüftung durch die Sicherstellung des benötigten Luftwechsels eben auch noch erheblich die Energieeinspareffekte eines Gebäudes.
Dr. Heiner Hüppelshäuser, Technischer Leiter des Bundesindustrieverbandes Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V., erläutert diese energetischen Vorteile: „Die Energieverluste eines Gebäudes werden in erster Linier beeinflusst durch die Dämmung der Außenwände und über die Lüftungswärmeverluste. Beispielsweise ist der gesamte Heizenergiebedarf bei einem Neubau bereits zur Hälfte durch die Lüftungswärmeverluste bestimmt. Diese Verluste können durch den Einsatz einer Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung erheblich reduziert werden. Je nach Gebäudeart ergibt sich dadurch eine Heizkostenersparnis von bis zu 40%.“
Wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland für das Beheizen von Gebäuden aufgebracht wird, zeigt sich hier das enorme Einsparpotential der Wohnungslüftung. Beim energiebewussten Bauen wie Sanieren sollte man daher nicht auf „halbem Wege“ stehen bleiben und die Wohnungslüftung vergessen. Dann kann man auch der nächsten Heizkostenabrechnung wieder gelassen entgegensehen.
Und noch ein interessanter Aspekt: Die Energieeinsparungen der Wohnungslüftung führen auch zu einer besseren Bewertung des Gebäudes im ab 2006 erforderlichen Energiepass und heben somit den Wiederverkaufswert der Immobilie.
Mehr zum Thema Wohnungslüftung erfahren Sie unter www.wohnungslueftung-info.de, einem Informationsportal des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V.
Die SHK Hamburg findet in einem schwierigen Umfeld mit leider rückläufigen Umsätzen in der SHK-Branche statt. Das Feld sollten wir allerdings nicht den Pessimisten überlassen. Denn der anhaltend schwachen Nachfrage stehen positive Faktoren gegenüber, die für eine kräftige Belebung des Geschäftes sprechen. An vorderster Stelle nenne ich die guten Aussichten auf eine Änderung des politischen Umfeldes, das gegenwärtig jegliche wirtschaftliche Dynamik lähmt, den potenziellen Investor verunsichert und zu einer negativen Gesamtstimmung in Deutschland führt. Sollte es tatsächlich zu dem notwendigen politischen Wechsel kommen, dürfte sich das Stimmungsbarometer Richtung wirtschaftlicher Erholung drehen, die auch unserer Branche positive Impulse verleihen wird.
Der zweite wichtige Einflussfaktor auf die wirtschaftliche Lage der Branche ist die Preisentwicklung für Heizöl und Erdgas. Es stellt sich hier die Frage, ob die stark gestiegenen Preise potenziellen Investoren soviel Kaufkraft kosten, dass sie Abstand nehmen von energetischen Modernisierungsmaßnahmen. Oder gelingt es dem Handwerk und der Industrie den Endverbrauchern klar zu machen, dass anlagentechnische Modernisierungsmaßnahmen heute überschaubare Amortisationszeiten aufweisen? Gelingt uns dies, können die Preisentwicklungen bei Öl und Gas positiv für die Branche genutzt werden. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, plakative Aussagen zu den Vorteilen energetischer Modernisierungen durch analgentechnische Erneuerungen zu entwickeln und hierüber unsere Kundschaft zu sensibilisieren. Im Kern geht es bei dieser Kommunikation um die Steigerung der Effizienz eines Systems, die über die kostenmindernden Energieeinsparungen erreicht werden können. Auch ist es an der Zeit, auf sinkende Amortisationszeiten von Investitionen in erneuerbare Energien hinzuweisen. Hier wünsche ich mir ein noch offensiveres Eintreten unserer Branche für die ökonomisch und ökologisch außerordentlich sinnvollen Steigerungen des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt.
Die SHK Hamburg fällt in eine Zeit gravierender Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Hauseigentümer, den Käufer eines Objektes und den Mieter. Ab 2006 kommt im Rahmen der Umsetzung der europäischen Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie der Energieausweis, den wir als Chance und Herausforderung zugleich für die gesamte Branche ansehen. Zum Hintergrund dieses interessanten politischen Projektes der Europäischen Union: Bei Verkauf und Vermietung eines Objektes besteht in Zukunft die Verpflichtung, einen Energieausweis vorzulegen, der die energetische Qualität eines Gebäudes ausweist. Sollte ein schlechter energetischer Zustand diagnostiziert werden, sind Hinweise auf sinnvolle energetische Modernisierungsmaßnahmen aufzunehmen. Auf Basis dieser Hinweise soll eine objektive Energieberatung durchgeführt werden mit dem Ziel, Modernisierungsmaßnahmen für die Verbesserung der energetischen Qualität des Gebäudes auszulösen.
Für das SHK-Handwerk ergeben sich hieraus hochinteressante zusätzliche Tätigkeits- und Geschäftsfelder. Eine Voraussetzung für die Beteiligung hieran ist das Erreichen einer Mindestqualifikation, um berechtigt zu werden, den Energieausweis auszustellen und eine Energieberatung anzubieten. Auch hier ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handwerk erforderlich. Stark steigende Energiepreise, sich verändernde politische Rahmenbedingungen und der Beginn des Projektes Energieausweis bilden ein positives Szenario für unsere Branche und geben Anlass genug zu Zuversicht und Optimismus für die nahe Zukunft. Gerade in diese spannende Zeit fällt die SHK Hamburg als die bedeutendste Fachmesse im norddeutschen Raum.
Mit der starken Beteiligung der im BDH organisierten Industrie möchten wir ein Zeichen setzen für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Industrie in der Vergangenheit und in der Zukunft. Wir begrüßen die Aufnahme des Landesinnungsverbandes Mecklenburg-Vorpommern und freuen uns als neuer Kooperationspartner der Hamburger Messe über die außerordentlich vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten zur Vorbereitung auf das große Branchenereignis hier in Hamburg. Die SHK Hamburg soll helfen, die großen Potenziale unserer Branche, unserer Produkte und unserer Dienstleistungen für den Endverbraucher, für die Umwelt und für die Energieeinsparung aufzuzeigen. Sie wird zeigen, dass durch die Erhöhung der Energieeffizienz von Systemen - möglichst unter Einbeziehung erneuerbarer Energien - eine win-win-Situation für den Endkunden, für den Handwerker, für den Hersteller und nicht zuletzt für die Umwelt entsteht. Das zentrale Thema heißt: Forcierung der energetischen Modernisierung des Bestandes unter Einsatz aller heute existierenden technischen Möglichkeiten.
Gestatten Sie mir eine Aussage über die Perspektive für das Messekonzept Hamburg aus unserer Sicht: Haus-, Energie- und Umwelttechnik steht im Namen des BDH. Damit verbunden ist der Systemgedanke, der im Übrigen auch den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie zu Grunde liegt. Ein Gebäude ist eine energetische Einheit, ein Unikat und kann und soll energetisch unter Berücksichtigung der Gebäudehülle und Anlagentechnik bewertet werden. Auch investive Maßnahmen zur Verbesserung der energetischen Qualität eines Gebäudes müssen von vorneherein so geplant werden, dass der integrale Ansatz und damit der Systemgedanke zu Grunde liegen. Nur auf diese Weise können die enormen CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotenziale im Gebäudebestand konsequent gehoben werden.
Für die Hamburger Messe der Zukunft bedeutet dies, alle relevanten anlagentechnischen Komponenten im Messekonzept abzubilden. Eine Analogie zwischen dem komplexen Produkt-Portfolio der im BDH organisierten Unternehmen und der Nomenklatur der fortentwickelten Hamburger Messe soll konsequent entstehen. Industrien, die heute noch nicht auf der SHK vertreten sind, aber zwingend zur Haus-, Energie- und Umwelttechnik gehören, sollten integriert werden. Hierüber sollten und werden wir Gespräche mit allen Beteiligten, den tragenden Handwerksorganisationen und der Messengesellschaft sowie den verwandten Industrien führen.
Berlin - Das von der Bundesregierung Mitte Juli verabschiedete Klimaschutzprogramm sieht unter anderem vor, die wirtschaftli-chen Anreize zur Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudebestand zu verstärken, etwa durch das "Marktanreizprogramm" oder das Programm "Solarthermie2000" der KfW. "Bereits jetzt erzeugen rund 5 Millionen m² Solarkollektorfläche umweltfreundlich Solarwärme und Warmwasser, davon über 200.000 m² in größeren Anlagen mit mindestens 20 m² pro Anlage, wie sie auf Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden", sagte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Wohnungsunternehmen, die bereits thermische Solaranlagen installiert haben, berichten laut einer Umfrage der Berliner Energieagentur von überwiegend positiven Erfahrungen. "Diese Erfahrungen sollen genutzt werden, damit Solarenergie überall dort, wo es wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, zu einem Baustein der Sanierungsstrategie wird", erklärte der GdW-Präsident.
Der GdW hat vor diesem Hintergrund mit Unterstützung des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) die Arbeitshilfe „Nutzung von Solarenergie bei der nachhaltigen Modernisierung von Wohnungsbeständen“ erstellt. Die Arbeitshilfe fasst die konkreten Erfahrungen der Wohnungsunternehmen bei der Nutzung von Solarenergie im Rahmen von Modernisierungsvorhaben zusammen und hilft mit Checklisten und Informationen bei der Entscheidungsfindung.
Andreas Lücke, der Geschäftsführer des BDH, verweist auf den von den BDH-Mitgliedsunternehmen verfolgten Ansatz moderner Versorgungstechnik, der in der Kombination hocheffizienter Wärmeerzeuger mit Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien, also z.B. Solaranlagen, besteht. Gemeinsam verfolgen die BDH-Mitgliedsunternehmen als Leitziel, dass in 10 Jahren bei 80 % aller dann neuinstallierten Anlagen Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen.
Die Arbeitshilfe kann im Internet auf den Seiten des GdW (www.gdw.de) und des BDH (www.bdh-koeln.de) kostenlos heruntergeladen werden.
Vom Bundeswirtschaftsministerium liegt ein Diskussionspapier zur Reform des Schornsteinfegerrechts vor. Aus Sicht der Industrie sind Maßnahmen zur Senkung der Abgabenlast der Bürger und zur Schaffung eines diskriminierungsfreien Wettbewerbs sowie die Schaffung eines einheitlichen europäischen Rechtsrahmens grundsätzlich zu begrüßen. Insgesamt finden Novellierungen des Rechtsrahmens jedoch nur eine Akzeptanz im Markt, wenn in Summe Vorteile gegenüber dem Status Quo erreicht werden.
Trotz vereinzelt bekannt gewordener Beschwerden hat sich das bisherige Schornsteinfegerwesen in Deutschland prinzipiell bewährt. Schornsteinfegertätigkeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Betriebs- und Brandsicherheit der Feuerungsanlagen. Durch die mit der Umsetzung der 1. BImschV verbundene Identifikation ineffizienter Altanlagen und der dadurch initiierten Anlagenmodernisierung wurden wichtige Beiträge zum Umweltschutz geleistet. Die bisherige zentrale Zuständigkeit des Bezirksschornsteinfegermeisters ermöglicht durch Optimierung der Wegekosten, eine fehlende Notwendigkeit von Marketingaufwendungen etc. relativ günstige Kostengestaltungen.
Bei der Analyse des vorliegenden Diskussionspapiers stellt sich die Frage nach Funktion, Zuständigkeit und summativer Kosten des Gesamtsystems aus
- Kehr- und Überprüfungstätigkeiten selbst
- Meldung über deren Vollzug
- Kontrolle der Einhaltung der Intervalle der Kehr- und Überprüfungstätigkeiten
- Mahnwesen bei Nichtdurchführung notwendiger Arbeiten bzw. unterlassenen Zahlungen
- Aufgaben und Verwaltungsaufwendungen der Anlagenbetreiber bzw. individuelle Verpflichtungen von Mietern und Vermietern.
Bezogen auf den Status Quo ist zu vermuten, dass der Verwaltungsaufwand bei Anwendung des Diskussionspapiers erheblich ansteigen wird. Es wird ein Formalismus geschaffen, dessen Auswirkungen unbedingt vor Erlass von Gesetzesänderungen zu werten sind. Gegenüber dem jetzt vorhandenen System sind deutliche Mehrkosten zu befürchten. Auf Seiten der für die Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten zuständigen Unternehmen werden sich zusätzliche Kostensteigerungen ergeben, weil die Tätigkeiten nicht mehr von Haus zu Haus ausgeführt werden können, Kundenwerbung betrieben werden muss und das wirtschaftliche Risiko in die Preise einfließen wird.
Weiterhin ist die Aufrechterhaltung der Qualität sowie der Unabhängigkeit bei der Ausführung hoheitlicher Aufgaben unbedingt zu gewährleisten. Am vorliegenden Entwurf erscheinen Zweifel wegen sich ergebender wirtschaftlicher Abhängigkeiten angebracht.
Aus Sicht der Industrie sind alle Novellierungen des Schornsteinfegerwesens abzulehnen, die
- in toto zu deutlichen finanziellen Mehrbelastungen der Anlagenbetreiber führen
- Qualitätseinschränkungen bei den Überprüfungstätigkeiten und der Umsetzung der 1. BImschV verursachen und
- wegen der Mehrbelastungen und Verwaltungsaufwendungen eine auch aus Umweltschutz-Gründen unerwünschte Marktlenkung hin zu teilweise ineffizienten, „schornsteinfegerfreien“ Heizsystemen verursachen.
Bezüglich des Inhaltes von Kehr- und Überprüfungsarbeiten selbst steht der BDH nach wie vor zum verbändeübergreifenden Positionspapier, das gemeinsam mit BGW, IWO, ZVSHK, ZIV und zds im Technischen Hearing der Bund-/Länderkommission am 24./25. Januar 2004 in Stuttgart präsentiert wurde. Das Verbände-Positionspapier impliziert bereits signifikante Kostensenkungen, da die Intervalle der Überprüfungstätigkeiten an den Stand der Geräteentwicklung angepasst wurden.
Nach dem Vorbild der Schweiz ist „Heizöl EL schwefelarm“ auch in Deutschland für alle Ölheizkessel und Ölbrenner von den Herstellern als geeignet eingestuft worden. Damit vereinfacht sich die bisher erforderliche Kennzeichnung der Heizgeräte entsprechend ihrer Brennstoffeignung.
Auf diese neue Vorgehensweise haben sich der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) sowie der Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels (gdbm) und das Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) verständigt. Das neue Vorgehen soll die Verbreitung der umweltschonenden Heizölqualität beschleunigen und das Heizungsfachhandwerk entlasten.
Bisher durfte schwefelarmes Heizöl nur in den vom jeweiligen Hersteller als geeignet eingestuften und entsprechend gekennzeichneten Geräten (Neu- und Bestandsanlagen) verwendet werden. „Die Abfrage über die zentrale Herstellerdatenbank im Internet sowie die unterschiedliche Kennzeichnung der Geräte hat sich in der Praxis allerdings wenig bewährt“, erklärt IWO-Geschäftsführer Prof. Christian Küchen.
Für die neue Vorgehensweise sprechen insbesondere die positiven Erfahrungen aus der Schweiz und aus Deutschland. Denn die sehr saubere Verbrennung von „Heizöl EL schwefelarm“ wirkt sich nicht nur in Öl-Brennwertanlagen, sondern auch in konventionellen Ölheizkesseln günstig aus, wie umfassende Labor- und Feldtests gezeigt haben. Die nahezu rückstandsfreie Verbrennung gewährleistet in allen Heizkesseln eine gleichbleibend hohe Energieausnutzung, reduziert also Heizkosten wie Wartungsaufwand und erhöht zugleich die Lebensdauer der Heizanlage. Die spezielle Form der Hochtemperaturkorrosion hingegen, das so genannte Metal Dusting, ist nach Erkenntnissen des BDH im Zusammenhang mit der Verwendung von „Heizöl EL schwe-felarm“ nur äußerst selten aufgetreten.
Vorerst, so vereinbarten die beteiligten Verbände, werden alle Ölheizkessel und Tankanlagen nach der Befüllung mit „Heizöl EL schwefelarm“ vom Heizöllieferanten mit einem Aufkleber versehen, aus dem Liefermenge, Lieferdatum und die Firmenanschrift des Mineralölhändlers ersichtlich sind. So erkennen Heizungsmonteur und Schornsteinfeger sofort: diese Heizanlage wird mit schwefelarmem Heizöl betrieben.
Im Rahmen der Wartung können die Heizungsfachleute dann gezielt auf eventuell höheren Verschleiß im Bereich der Flammrohre oder der Flammrohraufsätze bei Low-NOx- und Blaubrennern achten. „Damit wird ein spezielles Monitoring für die mit schwefelarmem Heizöl betrie-benen Anlagen ermöglicht“, erläutert Dr. Klaus Lück, Vorsitzender Fachausschuss Feuerungstechnik im BDH.
Die Aufkleber für den Liefernachweis stellt IWO dem Mineralölhandel ab Mitte August vorläufig kostenlos zur Verfügung (Bestellung: Tel. 040/839 60 90 oder www.iwo.de / Rubrik „Heizöl EL schwefelarm“).
Unabhängig von der neuen Vorgehensweise werden Ölheizanlagen, die ausschließlich mit „Heizöl EL schwefelarm“ betrieben werden müssen, weiterhin mit einem grünen Füllrohrverschluss und einem grünen Aufkleber am Tank gekennzeichnet. Damit ist sichergestellt, dass – etwa bei Öl-Brennwertanlagen ohne Neutralisationseinrichtung – kein Standardheizöl eingefüllt wird.
Bereits zum 14. Mal findet das OTTI BIOENERGIE-Symposium in Kloster Banz statt. Die Tagung ist seit Jahren eine der wichtigsten Anwendertagungen in Deutschland. Das Symposium gibt sowohl Einsteigern als auch mit dem Thema vertrauten Fachleuten einen sehr guten Überblick über den aktuellen Stand und neueste Trends. Die Aufgaben sind groß, aber auch die Möglichkeiten, zu Lösungen beizutragen. Das Symposium, getragen von einer Reihe von Organisationen und Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien, leistet hierzu einen sehr wichtigen Beitrag.
Mehr und mehr bilden Energieträger aus Biomasse, die in fester, flüssiger und gasförmiger Form als gespeicherte Sonnenenergie verfügbar sind, einen bedeutenden Wachstumsmarkt. Gesetzliche und politische Rahmenbedingungen, sowie der langfristig sicherlich weiter steigende Preis für fossile Energieträger, begünstigen den Erfolgsweg der Bioenergie. Gleichzeitig entsteht zunehmend Planungssicherheit für Hersteller, Planer, Investoren und Anwender. Information und Kooperation sind in dieser Phase eine besondere Grundlage für den gemeinsamen Erfolg.
Der Teilbereich Festbrennstoffe behandelt traditionsgemäß die gesamte Kette von der Bereitstellung der Energieträger über deren thermische Verwertung bis zur Verwertung der anfallenden Reststoffe. Es werden sowohl Konzepte für die Erzeugung von Hackschnitzeln aus dem Wald und aus Kurzumtriebsplantagen sowie eine Handelsplattform für die energetisch nutzbare Biomasse vorgestellt. Einen Schwerpunkt bildet die Darstellung des Standes der Technik bei der Verbrennung von Stroh, der motorischen Holzgasnutzung und des neuesten Standes der Kraft-Wärme-Kopplung aus der Sicht der Forschung und an Hand von praktischen Beispielen. „Bioenergie und Emissionshandel“ dürfte ein weiteres Thema sein, dass Planer, Betreiber und Natur gleichermaßen interessiert. Die Vorträge werden durch zahlreiche Poster und Exkursionen zu KWK-Anlagen ergänzt.
Vor dem Hintergrund günstiger Rahmenbedingungen in der EU (Biokraftstoff-Richtlinie) und in Deutschland (Steuerbefreiung) sowie des steigenden Mineralölpreises nimmt die Nachfrage nach Biokraftstoffen sowohl beim Verbraucher als auch im produzierenden Gewerbe und in der Landwirtschaft als Rohstoff- bzw. Produktproduzent ständig zu. Eine intensive Information über die derzeit gangbaren Verwertungspfade bzw. die Zukunftsaussichten der möglichen Gesamtverfahren ist in dieser Phase von entscheidender Bedeutung.
In der Sektion Flüssigkraftstoffe werden daher Ethanol, Pflanzenölkraftstoffe sowie Biomass-to Liquid-Fuels (BTL) behandelt, wobei das Thema Ethanol im Vordergrund steht. Innovative Herstellungsverfahren für Biokraftstoffe, wie zum Beispiel die katalytische Direktverflüssigung oder die kombinierte Erzeugung von Ethanol und Biogas stehen ebenso auf dem Programm wie Szenarien der Strohverwertung zur Herstellung von LCB-Ethanol oder erste Praxiserfahrungen aus der LCB-Ethanol-Produktion. Aussagen zum Einsatz von Getreide als Rohstoff für Bioethanol und BTL runden den ersten Symposiumstag ab.
Mit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Jahr 2004 hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für die Produktion und Nutzung von Biogas umfassend verbessert, um insbesondere die energetische Verwertung nachwachsender Rohstoffe zu fördern. Der eingeführte Bonus bei Vergärung von Energiepflanzen hat einen regelrechten Boom beim Bau neuer Biogasanlagen ausgelöst, obgleich viele Fragen bezüglich der Substratauswahl, der einzusetzenden Verfahrenstechnik sowie der bestmöglichen Gasverwertung und Wirtschaftlichkeit noch offen sind.
Erfahrene Experten zeigen, welche Energiepflanzen einen optimalen Gasertrag liefern und welche Konsequenzen der Einsatz von Energiepflanzen auf den Bau und Betrieb von Biogasanlagen hat. Erfahrungsberichte über erste Anlagen, die ausschließlich mit Energiepflanzen betrieben werden, geben Einblick in die Vor- und Nachteile einer Monovergärung von Biomasse und zeigen, worauf bei der Planung solcher Anlagen zu achten ist. Neben aktuellen Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zu rechtlichen Problemen greift das Symposium auch Themen auf, wie zukünftig die Biogasnutzung effizienter gestaltet werden kann und welche Techniken dafür notwendig sind.
Im Festvortrag zeigt Herr Prof. Dr. Markus Vogt aus Benediktbeuern, Leiter der Arbeitsgruppe Umwelt des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, die Aspekte des Konflikts Nahrungs- und Energieträgerproduktion auf.
Das Programm sowie weitere wichtige Informationen finden Sie unter: http://www.otti.de/pdf/guenther/buh2277.pdf.
Für Fragen steht Ihnen Frau Heike Trum gerne zur Verfügung.
OTTI e.V.
Frau Heike Trum
Wernerwerkstraße 4
93055 Regensburg
DEUTSCHLAND
Tel. +49 (0)941 29688-23; Fax -17
E-Mail: heike.trum@otti.de
Internet: http://www.otti.de
The European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF) and its national and regional member associations urge EU policy makers to make bolder steps to promote renewable energy sources in the heating and cooling sector. An EU directive should be enacted soon to speed-up the penetration of renewables in the heating sector.
“Renewable energy sources for heating and cooling are necessary to improve both the sustainability and the security of our energy supply”, says ESTIF president Ole Pilgaard. “Solar thermal, bio heat and geothermal are able to provide clean energy from resources widely available in Europe – they create economic and environmental benefits”. The solar thermal sector therefore urges EU policy makers to enact an EU Directive to support renewable energies for heating and cooling. Without a clear legislative framework renewables’ usage will continue to lag far behind its potential.
In June 2005, the European Parliament opened the way for an Initiative Report on Renewable Heating and Cooling. MEP Mechtild Rothe (Germany) has been chosen as rapporteur and she will most likely present a first draft of her report at the beginning of October 2005. ESTIF and its members received the news with great joy. On its part, ESTIF supported a Joint Declaration for a European Directive to promote Renewable Heating and Cooling, published in April 2005 by the European Renewable Energy Council (EREC), in close collaboration with the European trade associations for biomass (AEBIOM, EUBIA) and geothermal (EGEC).
According to this declaration, a future European Directive should set mandatory targets for each Member State, taking into account their natural resources and the capacity already in operation. It is at this stage not desirable to set up a European wide harmonised support mechanism for solar thermal. Instead, the Declaration calls for positive framework conditions, encouraging Member States to define their own instruments based on proven best practice options including awareness raising campaigns, direct financial incentives, tax exemptions, binding regulations, or other appropriate measures.
ESTIF and its national and regional member associations acknowledge the need for better statistics in the heating sector. They are crucial to monitor the achievements and will motivate Member States to set the right framework conditions to ensure that the targets are reached. Until now, statistics on heating and cooling, and especially on the share of renewables in this sector, are frequently weak or not comparable. Joint efforts must be made to develop and maintain reliable and comparable heating statistics throughout the European Union.
“Now it is time to act” says Gerhard Rabensteiner, Vice-President of ESTIF. “The importance of renewable energies has been recognised long ago. We urge the EU institutions to enact a Renewable Heating Directive as soon as possible”.
Wie sich die erneuerbaren Energien in Deutschland und international entwickelt haben, zeigt die Broschüre "Erneuerbare Energien in Zahlen", die das Bundesumweltministerium in sechster, aktualisierter Auflage veröffentlicht hat. Die Zahlen belegen für die verschiedenen Technologien den in 2004 erreichten Stand sowie die Entwicklung von 1990 bis heute. Detailliert bilanziert werden die Energiebereitstellung, vermiedene Emissionen und Umsatz- und Arbeitsplatzeffekte. Ergänzt wird diese Zusammenstellung durch Angaben im europäischen und weltweiten Vergleich.
Die Zahlen zeigen: In 2004 erreichten die erneuerbaren Energien in Deutschland einen Anteil von 3,6% der benötigten Primärenergie (2003: 3,3%) und 9,3% des verbrauchten Stroms (2003: 8,0%). Erneuerbare Energien sind inzwischen ein Faktor für Arbeit und Beschäftigung, wie die Zahlen der BMU-Broschüre belegen. Für 2004 wurde insgesamt ein Umsatz von rund 11,6 Milliarden Euro errechnet, rund 6,5 Milliarden Euro davon durch Investitionen.
Bezogen auf die erzeugte Menge an Endenergie zur Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, haben biogene Festbrennstoffe (hauptsächlich Holz) den mit Abstand größten Anteil von 83%. Mit Abstand folgen die Solarthermie 4% und Wärmepumpen 2,5%.
Zieht man einen Vergleich der beiden Solarenergiesysteme untereinander, so kann deutlich festgestellt werden, dass die Solarthermie mit einem Anteil von 2% gegenüber der Photovoltaik (Anteil 0,5%) einen größeren Beitrag zur Bereitstellung der in Deutschland notwendigen Endenergie leistet.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Deutsche Mieterbund, der Zentralverband des deutschen Baugewerbes, der BDH und die VdZ haben sich anlässlich der heutigen Anhörung zur Novelle des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) im Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen eindeutig für eine konsequente Umsetzung der Gebäudeeffizienzrichtlinie Anfang 2006 ausgesprochen. Die Verbände sehen die Richtlinie als überfällige ordnungsrechtliche Chance, die enormen CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotentiale im Gebäudebestand zum Wohl der Umwelt und der Nutzer von Immobilien auszuschöpfen und damit gleichzeitig neue Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.
Voraussetzung hierfür sei aber eine bundeseinheitliche Regelung für den von der Effizienzrichtlinie geforderten Energiepass, die tatsächlich der Intention der europäischen Richtlinie entspricht, Transparenz über den energetischen Zustand des Gebäudebestandes zu schaffen. Bei der nationalen Umsetzung müsse das Ziel der Richtlinie im Vordergrund stehen, dass die Mieter und Eigennutzer von Gebäuden eine objektive, für jeden verständliche Information über den energetischen Zustand des Gebäudes erhalten. Auf Basis dieser objektiven Informationen können gezielte Investitionsentscheidungen zur Verbesserung der energetischen Qualität von Gebäuden gefällt werden.
Mit Nachdruck wenden sich die Verbände gegen den von anderer Seite diskutierten verbrauchsorientierten Energiepass. Dieser basiere allein auf den Verbräuchen und könne nicht den energetischen Zustand des Gebäudes objektiv ausweisen. Die Verbände verweisen auf die Schwächen des verbrauchsorientierten Energiepasses, die unter anderem in dem unkalkulierbaren Nutzerverhalten in einzelnen Objekten, nutzungsfreien Zeiten und klimatischen Schwankungen liegen. Der verbrauchsorientierte Energiepass führe zu einer rein subjektiven Betrachtung des Gebäudes, während ein bedarfsorientierter Ausweis eine objektive und damit seriöse Bewertung des Gebäudes ermögliche. Die Verbände weisen auch darauf hin, dass eine richtige Energieberatung auf Basis eines verbrauchsorientierten Energiepasses nicht möglich ist, während auf Basis der energetischen Bewertung eines Gebäudes durch den bedarfsorientierten Energiepass tatsächlich wirksame Investitionsmaßnahmen für jedes einzelne Gebäude empfohlen werden können.
Die Verbände fordern alle am Meinungsbildungsprozess beteiligten Kreise aus Politik und Regierung dazu auf, die sich aus der Gebäudeeffizienzrichtlinie ergebenden Chancen konsequent zu nutzen und den dafür erforderlichen bedarfsorientierten Energiepass bundeseinheitlich einzuführen.
Peter Liese greift auf Rat der heimischen Wirtschaft zurück
Der heimische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese traf zu einem Gespräch mit Vertretern des BDH (Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V.) bei der Firma Viessmann in Allendorf statt. Dieser Kontakt war über die Industrie und Handelskammer Siegen zustandegekommen. Allendorf liegt zwar nicht in Lieses Wahlkreis, sondern im enachbarten Hessen, viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus (Siegen-Wittgenstein / Hochsauerlandkreis) arbeiten jedoch bei Viessmann. Außerdem vertritt der BDH auch die Anliegen der heimischen Unternehmen, z.B. die Firma (Schäfer Heiztechnik aus Neunkirchen / F.W. Oventrop KG aus Olsberg).
Die Industrievertreter zeigten Liese während des Termins an praktischen Beispielen, wie mit Hilfe von moderner Technik Energie eingespart und die Umwelt geschützt werden kann. Moderne Heizungsanlagen sind der wichtigste Beitrag, um das Kyoto-Ziel zum Klimaschutz zu erreichen, da ein Drittel der Gesamtenergie in Deutschland durch den sogenannten Hausbrand verursacht wird und daher in diesem Sektor noch erhebliche Potentiale kostengünstig zu erreichen sind. "Im Vergleich zur Erzeugung von Strom aus rneuerbaren Energien, wo erhebliche Finanzmittel notwendig sind, und eine subventionsfreie Produktion auf Jahrzehnte hinaus wahrscheinlich nicht möglich sein wird, gibt es im Heizungsbereich Technologien, die schon fast ohne jegliche Unterstützung wettbewerbsfähig sind", erläuterte Andreas Lücke, Geschäftsführer des BDH. Um diese Technologien besser vermarkten zu können, fordert der BDH vor allem eine steuerliche Entlastung. Die Steuerausfälle, die der Staat hier zu verzeichnen hätte, würden sich innerhalb kürzester Zeit durch mehr Beschäftigung und mehr Investitionen rechnen, zusätzlich würde die Umwelt massiv entlastet und Deutschland wäre weniger abhängig von Ölimporten.
Ebenfalls einen wichtigen Beitrag kann nach Ansicht der bei dem Gespräch Anwesenden auch die Nutzung von erneuerbarer Energie zur Erzeugung von Wärme leisten. Solaranlagen zur Erhitzung von Brauchwasser und zur Unterstützung der Heizung sind heute relativ einfach zu installieren. Peter Liese hat die Anregungen aus dem Gespräch mittlerweile als Anträge ins Europäische Parlament eingebracht, da er die Arbeit der christdemokratischen EPV/ED-Fraktion im Europäischen Parlament in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien koordiniert.
Die Raumheizung macht in Privathaushalten durchschnittlich etwa 77 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Weitere elf Prozent werden für warmes Wasser benötigt. Anders als viele glauben ist damit in privaten Haushalten der Bedarf an Wärmeenergie deutlich größer als der an elektrischer Energie, die nur ca. zwölf Prozent ausmacht. Eine Solarwärmeanlage hilft, den Verbrauch von Energieträgern zur Wärmeerzeugung zu senken, informiert die Initiative Solarwärme Plus.
Eine Solarwärmeanlage liefert im Jahresdurchschnitt bis zu 60 Prozent der für die Warmwasserbereitung benötigten Energie. Wird die Sonnenkraft zusätzlich für die Heizung genutzt, so spart sie je nach Dämmung des Gebäudes weiterhin 5 bis 18 Prozent der Heizenergie. Insgesamt kann eine Solarwärmeanlage also bis zu 25 Prozent der gesamten Wärmeenergie eines Haushaltes liefern, so die Initiative Solarwärme Plus. Betrachtet man die einzelnen Energieverbraucher im Haus, so kann Solarwärme vielseitig und effektiv genutzt werden: für die Raumheizung, die Trinkwassererwärmung und zur Vorheizung des Wassers in Spül- und Waschmaschinen. Durch den Anschluss dieser Geräte an die Warmwasserleitung kann der Verbrauch von elektrischer Energie zum Aufheizen des Wassers reduziert werden.
Weitere Informationen über das Energiesparen mit Solarwärmeanlagen und Adressen von Fachhandwerksbetrieben vor Ort gibt es bei der
Initiative Solarwärme Plus: im Internet unter www.solarwaerme-plus.info oder über die Solar-Hotline unter der Nummer 0 18 02/00 08 70 (6 Cent pro Gespräch).
Die Initiative Solarwärme Plus ist eine Informationskampagne der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik, der E.ON Ruhrgas AG, der VNG – Verbundnetz Gas AG und des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima.
Quelle: Solarwärme Plus; Leipzig, 20.05.2005
Die ISH, internationale Fachmesse für Gebäude- und Energietechnik, Erlebniswelt Bad und Klima- und Lüftungstechnik vom 15. bis 19. März 2005 in Frankfurt am Main endet mit einem Besucherplus von sieben Prozent: für 192.175 Besucher (2003: 178.955) aus dem In- und Ausland drehte sich fünf Tage alles um Wasser, Wärme und Luft. Insgesamt zeigten 2.350 Aussteller ihre Produkte auf einer Ausstellungsfläche von über 254.000 Bruttoquadratmetern. Der größte Teil des Besucherzuwachses stammt diesmal aus Deutschland. Insgesamt reiste jeder vierte Besucher aus dem Ausland an.
Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt: "Diese ISH war eine Messe der Konjunktur-Frühlingsgefühle. Wir registrieren aufmerksam, dass der Inlandsbesuch auf einer unserer internationalen Leitmessen wieder deutlich zulegt. Aussteller und Besucher schätzen die Branchenkonjunktur klar besser als vor zwei Jahren ein."
In diesem Jahr bewerten 70,3 Prozent der deutschen Aussteller die Konjunkturaussichten mit gut bis befriedigend (2003: 55 Prozent). Für schlecht halten sie noch 25 Prozent (2003: 38 Prozent). Die ausländischen Anbieter sind noch optimistischer: 76,1 Prozent halten die Aussichten für gut bis befriedigend (2003: 65,4 Prozent) und nur 17,8 Prozent für schlecht (2003: 29,6 Prozent).
Das Fachpublikum vermittelt eine ähnliche Einschätzung, wobei sich hier die Bewertung der ausländischen Besucher noch stärker von der Meinung der deutschen unterscheidet. 70,9 Prozent der deutschen Messebesucher meinen, die Aussichten seien gut bis befriedigend (2003: 62,3 Prozent). 27,9 Prozent sind nicht ganz so optimistisch (2003: 36,6 Prozent). 89,3 Prozent der ausländischen Messebesucher dagegen halten die Konjunkturaussichten für gut bis befriedigend (80,7 Prozent). Und nur noch 9,8 Prozent bewerten die Aussichten eher schlecht (2003: 18,5 Prozent).
Die Repräsentanten der Trägerschaftsverbände der ISH zogen ebenfalls eine durchweg positive Messebilanz. Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima: "Die ISH 2005 hat unsere ohnehin hohen Erwartungen noch übertroffen. Es war die beste ISH, die wir je hatten. In Pflicht und Kür wurden für die Anwendungsbereiche Sanitär, Heizung und Klima die Weltmaßstäbe neu festgesetzt. Als Gründer und Träger freuen wir uns, dass ein weltweites Fachpublikum die Gesamtkonzeption des Messeereignisses und seine internationale Spitzenstellung bestätigt hat. Die Reintegration der Klima- und Lüftungstechnik als Aircontec ist voll gelungen. Die Symbiose von Ausstattung und Design mit smarter Gebäude- und Energietechnik bildet die Nachfragestruktur und Unternehmerausrichtung unserer Mitgliedsbetriebe in optimaler Weise ab. Wir hatten eine hervorragende Stimmung, die sich jetzt hoffentlich positiv auf das Nachmessegeschäft auswirkt. Wir wollen den Erfolg!"
Fritz-Wilhelm Pahl, Präsident der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft: "Die ISH 2005 wurde vom insgesamt optimistischeren Geschäftsklima der Branche geprägt. Wir hoffen jetzt, dass auch die Inlandskonjunktur an Fahrt gewinnt. Wir sind außerordentlich zufrieden mit der Qualität der Besucher, insbesondere der Internationalität. Sehr zufrieden sind wir mit der Resonanz auf die Sonderschau "Outlook- Shaping Water". Fast 10.000 Architekten und Designer, Bad- und Ausstellungsplaner aber auch Handwerker informierten sich über das Bad der Zukunft. Wie unsere Branche in Frankfurt ihre Markenwelten präsentiert hat, ist nur auf einer Messe wie der ISH möglich."
Bernd Wattenberg, Präsident der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft: "In der Gebäude- und Energietechnik zeigt die ISH Lösungen für alle Aufgaben, die uns die Politik stellt, gerade auch auf europäischer Ebene. Wir besitzen unangefochten die Technologieführerschaft in der Gebäude- und Energietechnik. Das haben wir jetzt wieder bei der Integration der erneuerbaren Energien in die Heizungssysteme unter Beweis gestellt. Je komplexer die Technologie ist, desto ausgeprägter war das Interesse der ausländischen Besucher. Der Energiepass und die Energieeffizienz von Gebäuden spielen künftig eine entscheidende Rolle. Diesen Themen muss sich unsere Branche jetzt verstärkt widmen und marktfähige Lösungen entwickeln."
Die Top-Ten Besuchernationen aus Europa bildeten nach Deutschland Italien, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Schweiz und Österreich gefolgt von Polen, der Tschechischen Republik und Schweden. Aus Übersee kamen die meisten Besucher aus USA, China, Korea, Japan, Israel, Australien, Kanada, Südafrika und Neuseeland.
Das Hauptinteresse der Besucher richtete sich mit 55 Prozent auf die Heizungstechnik und zur Hälfte auf die Sanitärtechnik. Ein Drittel der Besucher kam vor allem aufgrund der Installationstechnik, 27 Prozent wegen der Klima- und Lüftungstechnik, gefolgt von der Hausautomation mit rund 20 Prozent. Die Gesamtbeurteilung der Messe durch die in- und ausländischen Besucher lag unverändert hoch bei über 95 Prozent.
Hervorragende Bewertungen erhielt die ISH 2005 von den Ausstellern. 81,3 Prozent bestätigten die Erreichung ihrer Messebeteiligungsziele (2003: 78 Prozent). Besonders positiv bewertet wurden das Orderverhalten, die Qualität der Besucher sowie die Besucherstruktur.
Das begleitende Rahmenprogramm aus Sonderschauen und Vorträgen stieß auf breites Interesse. Neben anderen fokussierten vor allem "Outlook- Shaping Water" in der Erlebniswelt Bad, "Erneuerbare Energien im Gebäude" im Bereich Gebäude- und Energietechnik und das Klima-Forum in der Aircontec die dominierenden Trendthemen der ISH 2005. Sie wurden von in- und ausländischen Besuchern als Informations- und Diskussionsplattformen intensiv genutzt.
Erstmals fand in diesem Jahr parallel zur ISH vom 17. bis 19. März der Lifetime Kongress mit begleitender Fachausstellung statt. Er war eine Initialzündung für den Wellnessmarkt: Mit 498 Teilnehmern aus 25 Ländern behauptete sich der Lifetime Kongress bei seinem Debüt als der Top-Treffpunkt für die weltweite SPA- und Wellness-Community. Die Besucher kamen aus Europa, Australien, Chile, Japan, Kanada, Mexiko, USA bis hin zu Singapur. 64 Referenten aus 15 Ländern garantierten ein hochkarätiges Seminarprogramm. Der Kongress widmete sich zwei der wichtigsten Themen der Wellness-Branche: "Future Spa – Spa Future" und "Future Health – Health Future", die zeitgleich in zwei Blöcken angeboten wurden. Zahlreiche Workshops und die begleitende Fachausstellung rundeten den Kongress ideal ab. Die nächste ISH findet vom 6. bis 10. März 2007 in Frankfurt am Main statt.
Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH; 19.03.2005
Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) unterstützt mit einem klaren Votum die SHKG 2007 in Leipzig.
Der BDH-Geschäftsführer resümierte, es habe in der Vergangenheit viele Diskussionen um das Für und Wider von regionalen Veranstaltungen gegeben. "Der Fachhandwerker als unser Kunde und potenzieller Messebesucher ist stark regional orientiert. Aus diesem Grunde werden wir die SHKG als die wichtigste Messe für den Osten Deutschlands unterstützen", so Lücke.
Das Kuratorium der SHKG Leipzig, dem der BDH, der Bundesindustrieverband Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik/Technische Gebäudesysteme (BHKS), die Handwerkerverbände und die Leipziger Messegesellschaft angehören, legte außerdem fest, dass während der baufach 2006 ein SHKG-Forum veranstaltet wird. Dieses beschäftigt sich insbesondere mit der Umsetzung der neuen Europäischen Richtlinie zur Gebäude-Energie-Effizienz in Deutschland.
"Unsere intensiven Bemühungen, im Interesse des regionalen Handwerks an der SHKG festzuhalten und die Industrie wieder für Leipzig zu gewinnen, haben sich ausgezahlt", so Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe. "Wir freuen uns, nach vielen Jahren die Heizungsindustrie wieder im Boot zu haben."
Die baufach lädt vom 1. bis 4. Februar 2006 nach Leipzig ein. Die Schwerpunkte der Messe liegen in den Bereichen Baustoffe, Bauchemie, Bauelemente und Baumaschinen. Darüber hinaus offeriert die Messe auch Angebote auf den Gebieten Computer am Bau und Gebäudetechnik.
Die SHKG Leipzig findet vom 26. bis 29. September 2007 statt.
Die Heizungsindustrie verzeichnet in Deutschland nach Jahren des Abschwungs eine Marktbelebung. Nachdem im vergangenen Jahr der Abwärtstrend gestoppt werden konnte, verbucht die Branche in 2004 wieder leichten Zuwachs, wie Andreas Lücke, Geschäftsführer des BDH (Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V., Köln), berichtet. Die kommende ISH soll als internationale Leitmesse für Gebäude- und Energietechnik, Erlebniswelt Bad, Klima und Lüftungstechnik (vom 15. bis 19. März 2005 in Frankfurt am Main) dem Markt neue Impulse geben, besonders auch im europäischen Ausland.
Herr Lücke, nach Jahren rückläufiger Absatzzahlen in Deutschland waren von Herstellerseite zum Jahresbeginn wieder optimistische Töne zu hören. Wie stellt sich der Markt in 2004 dar?
Lücke: Unser Optimismus wurde bestätigt. Im ersten Halbjahr gab es einen ordentlichen Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In der zweiten Jahreshälfte stellen wir jedoch fest, dass der übliche Herbstaufschwung ausbleibt. Ein Grund dafür ist der schwache Neubausektor. Der Modernisierungsbereich hat dadurch schon einen Anteil von 80 % erreicht. Insgesamt steigt die Nachfrage in 2004 um rund 3 % auf knapp 740.000 Gas- und Ölheizkessel. Hinzu kommen etwa 10.000 Wärmepumpen sowie 12.000 Festbrennstoffkessel.
Hat der durch die Bundesimmissionsschutzverordnung BImSchV erwartete große Ansturm stattgefunden?
Lücke: Keineswegs. Zwar kann ein positiver Effekt nicht ausgeschlossen werden. Die leichte Erholung des Marktes kann aber nicht auf die BImSchV zurückgeführt werden.. Die Androhung von Bußgeld zeigt jedenfalls keine große Wirkung.
Hat der Markt jetzt eine stabile Größe erlangt oder erwarten Sie noch weitere Steigerungen?
Lücke: Zwischen 1998 und 2003 hat der Markt bald 25% an Volumen verloren. Dann hat er sich gefangen und nun verzeichnen wir wie gesagt einen leichten Anstieg. Wir müssen uns sicherlich langfristig auf einen Gesamtmarkt in der Größenordnung von 750.000 Heizkesseln einstellen. Durch den immensen aktuellen Modernisierungsstau sollte ein Wachstum in den nächsten Jahren aber möglich sein. So rechnen wir für 2005 mit einer weiteren leichten Steigerung, vielleicht um 1 %.
Glauben Sie, dass die gestiegenen Energiepreise dem Modernisierungsmarkt neuen Schwung geben?
Lücke: Es wird den einen oder anderen zu einer Modernisierung bewegen können. Wenn die Energiepreise sehr stark steigen, wird aber zunächst einmal Kaufkraft abgeschöpft, die Binnennachfrage verunsichert.. Dadurch werden höhere Energiepreise meiner Meinung nach kein forciertes Modernisierungsgeschäft mit sich bringen, ganz im Gegenteil. Klare Rahmenbedingungen und eine direkte Anschubfinanzierung würden mehr Anreize bieten.
Wieweit kann die Heizungsindustrie vom Trend zu Komfort und Wellness profitieren?
Lücke: Der Komfort-Aspekt ist neben der Wirtschaftlichkeit enorm wichtig. Ein modernes, gut ausgelegtes Heizsystem kann den Heiz- und Warmwasserkomfort erheblich steigern. Doch dies muss auch entsprechend an die Endkunden kommuniziert werden. Die ISH bietet dazu eine wichtige Plattform.
Welche Rolle spielt dabei das Handwerk?
Lücke: In Deutschland ist das Handwerk der wichtigste Multiplikator. Mit Unterstützung der Industrie muss er die Argumente Komfort und Wirtschaftlichkeit mit Leben füllen und in der Kundenberatung als Begründung für eine Modernisierung nutzen. Hier gibt noch zu viele Kommunikationsdefizite in Richtung Endkunden. Eine bessere Aufklärung der Verbraucher würde sicherlich zu einer Marktbelebung beitragen.
Wie hat sich der Heizungsmarkt in Europa entwickelt?
Lücke: Europaweit zeigt sich die Marktlage attraktiv. Insgesamt sehen wir für 2004 ein europaweites Wachstum von 3 % bis 4 %. Der langjährige Trend weg von bodenstehenden Heizkesseln hin zu wandhängenden Geräten hält dabei unvermindert an. Allein in Großbritannien ist der Markt mit rund 1,5 Mio. Heizkesseln doppelt so groß wie in Deutschland. Das Wachstum beträgt dort fast 5 %. In Frankreich erwarten wir für 2004 eine Nachfragesteigerung von 7,5 % auf etwa 850.000 Heizkessel. Solche Märkte sind für die deutschen Hersteller zudem interessant, weil sich dort ein schneller Wechsel von einfacher Standart-Technik hin zu hochwertiger Brennwerttechnik vollzieht. Hier zahlt sich unser Technologievorsprung besonders aus.
Seit Jahren gibt es eine weitere Konzentrationsbewegung unter den Heizungs-Herstellern. Es gibt Stimmen, die bald mit nur noch acht bis zehn großen Anbietern in Europa rechnen. Wie beurteilen Sie die Situation?
Lücke: Trotz aller Prognosen zeigt sich doch, dass viele kleine und mittlere Unternehmen erfolgreich sind – und zwar nicht nur in der Nische. Der BDH vertritt immer noch eine mittelständisch strukturierte Industrie. Und ich gehe davon aus, dass dies auch auf längere Sicht so bleibt.
Solarkollektoren gehören bereits wie selbstverständlich zum Systemangebot. Welche Bedeutung haben die regenerativen Energien für die Heizungshersteller erlangt?
Lücke: Die Solarthermie ist integraler Bestandteil moderner Versorgungstechnik. Die Nachfrage für Solarthermie wächst seit Jahren – bis auf einen Einbruch in 2002. Für 2004 gehen wir von einem Wachstum von gut 10 % aus, so dass wir 800.000 m² bis max. 850.000 m² neu installierte Kollektorfläche erreichen. Auch der Markt für Wärmepumpen und Festbrennstoffkessel, d.h. Scheitholz und Pellets, nimmt zu. Während die Wärmepumpen ohne staatliche Förderung auskommen, ist der Erfolg der Solarkollektoren und Festbrennstoffkessel stark von der aktuellen Fördersituation abhängig. Der Vollsortimenter hat alle diese Technologien im Angebot. Ihr Umsatzanteil liegt im Schnitt bei rund 5 %. Dies hört sich niedrig an. Die regenerativen Energien haben als Imageträger aber höchste Bedeutung.
In Deutschland gilt seit Februar 2002 die Energieeinsparverordnung – EnEV. Auf Europaebene trat ebenfalls 2002 die „Energy Performance of Buildings Directive – EPBD“ (Gebäude-Energieeffizienz-Richtlinie) in Kraft. Diese muss bis Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden. Wirkte sich dies auf die Heizungshersteller aus?
Lücke: Die EnEV entspricht vom Grundsatz her dem integralen Ansatz der EPBD. Letztere berücksichtigt darüber hinaus noch deutlich stärker den Gebäudebestand und die Modernisierung. Beide haben deutlich den Systemgedanken gefördert, sodass die Hersteller verstärkt Systeme anbieten, anstelle einzelner Komponenten. Hier haben erhebliche Innovationen und Fortschritte in der Optimierung stattgefunden. Die ISH 2005 wird zeigen, dass die Anbieter über perfekt abgestimmte, energiesparende und umweltschonende Systemtechnik verfügen.
„Die Zukunft gehört der Passivbauweise“ – so prognostizierten Experten schon vor Jahren. Solche Passivhäuser sollen ohne eine klassische Heizung auskommen. Sehen Sie Ihren Markt damit im Neubausektor wegschwimmen?
Lücke: Nein. Es gibt kein Einheits-Passivhaus. Der auf dem Markt angebotene Ansatz, mit einer Direkt-Stromheizung die Restwärme ins Haus zu bringen, hat meines Erachtens keine Zukunft. Primärenergetisch ist diese Lösung noch unter einem Niedrigenergiehaus. Die seriösen Passivhaus-Anbieter verfolgen Ansätze, die einen niedrigen Primärenergieverbrauch und Flexibilität berücksichtigen. Hier werden beim Komfort bezüglich Raumwärme und Warmwasser keine Abstriche gemacht. Dabei kommt eine anspruchsvolle Anlagentechnik zum Einsatz, z.B. mit Einzelraumregelungen. Insofern wenden wir uns nicht gegen das Passivhaus, sondern wir arbeiten aktiv mit den Anbietern zusammen. Diese haben längst erkannt, dass ein komfortables, energieeffizientes Passivhaus ohne moderne Anlagentechnik unserer Mitgliedsunternehmen nicht auskommt.
Welche Rolle spielt die im Verbund stattfindende Aircontec für die ISH?
Lücke: Die Klimatechnik gehört genauso wie die Heizungstechnik zur ISH. Die Besucher aus aller Welt, darunter Planer, Ingenieure und Architekten, erwarten von der Messe das komplette Angebot der modernen Gebäudetechnik, vom Einfamilienhaus bis zum großen Objektgeschäft. Lüftung, Luftqualität und Klimatechnik sind integrale Bestandteile und können nicht von der Heiztechnik getrennt werden. Wir haben uns als Bundesindustrieverband für Haus-, Energie- und Umwelttechnik stark für den Verbund der Aircontec mit der ISH eingesetzt
Welche Trends sehen Sie seitens der Technik?
Lücke: Ganzheitliche Konzepte gewinnen an Bedeutung. Hierin spiegeln sich neben den Produktentwicklungen auch die Software wider. Ziel ist es, ein Optimum an Energieeffizienz, Umweltschutz, Komfort und Sicherheit bei der Gebäudetechnik zu erreichen. Ich selbst habe die Hoffnung, dass sich die Kombination moderner Heiztechnik mit regenerativen Energieträgern, wie der Solarthermie, weiter durchsetzt. Derzeit werden nur 8 % der Heizungsmodernisierungen mit einer Solaranlage kombiniert. Dieser Anteil sollte besser bald bei 80 % oder mehr liegen. Hier wird noch erhebliches Energiespar- und Emissionsminderungs-Potential verschenkt.
Welche Erwartungen setzen Sie in die bevorstehende ISH 2005 als dem größten Branchentreff?
Lücke: Die ISH ist für unsere Branche die größte internationale Leistungsschau der Industrie. Wir hoffen zum einen, dass der Auslandsanteil bei den Besuchern weiter steigt. Annähernd 50.000 Besucher aus dem Ausland – dies macht die ISH besonders attraktiv. Wir gehen davon aus, dass von der ISH weitere Impulse für das europäische Geschäft ausgehen.
Quelle: SBZ Ausgabe 3/2005
Seit nunmehr drei Jahren ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Sie begrenzt den Primärenergiebedarf in Neubauten. Dabei wird das Gebäude - mit Heizung, Dämmung und Bauweise - als Energiesystem betrachtet. Nun steht eine Überarbeitung an. Denn spätestens bis zum 4. Januar 2006 muss die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden "Energy Performance of Buildings Directive - EPBD" in nationales Recht umgesetzt sein.
Auch die EU-Richtlinie setzt auf den integralen Ansatz von Gebäudehülle und Anlagentechnik, geht dabei aber weit über das Anforderungsprofil der EnEV hinaus. So werden neben Heizung und Dämmung auch Warmwasserbereitung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung in die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes einbezogen. Mindestanforderungen richten sich zudem nicht nur an Neubauten, sondern auch an bestehende Großgebäude im Falle größerer Renovierungen. Und der Gebäude-Energieausweis (Energiepass) wird nicht nur vorwiegend bei Neubauten, sondern auch bei bestehenden Gebäuden zur Pflicht, falls diese verkauft oder vermietet werden.
Damit wird endlich auch das "enorme Energieeinsparpotenzial" des Gebäudebestandes erfasst. "In den nächsten 20 Jahren stehen rund 50 % des Gebäudebestandes zur Sanierung an", kommentierte kürzlich Dr. Manfred Stolpe. Nach Angaben des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen seien fast die Hälfte der von Privathaushalten verursachten CO2-Emissionen auf Heizung und Warmwasserbereitung zurückzuführen. Stolpe bekräftigte denn auch die Absicht, in 2006 eine neue EnEV in Kraft zu setzen, die Energieausweise für Neu- und Altbauten verbindlich vorschreibe. "Dies führt zu mehr Verbraucherfreundlichkeit und Transparenz. Das Bewusstsein für den Energieverbrauch von Gebäuden wird erhöht. Die Motivation zu Energiesparmaßnahmen wird gestärkt, Innovationsanreize gegeben."
Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), erwartet von den Energiepässen jedenfalls Modernisierungsimpulse. Drei Viertel aller Wohnungen in Deutschland seien vor 1978 erbaut worden. "Hier liegt ein großes Modernisierungspotenzial bei der Gebäude- und Energietechnik." Wie Schliefke im Vorfeld der Branchenmesse ISH 2005 (15. bis 19. März in Frankfurt am Main) berichtet, stehen mehr als 2,3 Mio. Heizungsanlagen vor dem Austausch. Die deutsche und europäische Industrie bietet dafür energieeffiziente Lösungen, von der Brennwerttechnik für Öl und Gas, über Wärmepumpen, Solaranlagen oder Holzpelletkessel bis hin zu Klima-/Lüftungsanlagen mit integrierter Wärmerückgewinnung.
Knapp 2300 Aussteller zeigen auf der ISH neue komplexe Systemlösungen und hochwertige Anlagen für den Wohn- wie auch Bürobereich. "Immer wieder stehen die ausführenden Architekten, Planer, Gebäudetechniker oder Vertreter der einzelnen Gewerke vor der Aufgabe Architektur und Technik intelligent miteinander zu verknüpfen. Die ISH ist die weltweit größte System-Messe und sie spiegelt in ihren vier Ausstellungsbereichen das Gebäude als komplexes Energiesystem wieder. Damit bildet sie das Thema Energieeffizienz ganzheitlich ab", so Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.
Um dem Ansatz der neuen EU-Richtlinie gerecht zu werden, kommt es neben einer modernen Anlagentechnik auch auf ganzheitliche Konzepte mit zielorientierter, integraler Planung und Einsatz abgestimmter Systeme an. Anstelle einzelner Komponenten würden die Hersteller schon verstärkt Systeme anbieten, unterstreicht auch Andreas Lücke, Geschäftsführer des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). "Hier haben erhebliche Innovationen und Fortschritte in der Optimierung stattgefunden. Die ISH 2005 wird zeigen, dass die Anbieter über perfekt abgestimmte, energiesparende und umweltschonende Systemtechnik verfügen."
Eine wichtige Rolle spiele dabei neben der Produktentwicklung auch die Software, so Lücke. "Ziel ist es, ein Optimum an Energieeffizienz, Umweltschutz, Komfort und Sicherheit bei der Gebäudetechnik zu erreichen." Der BDH-Chef hofft, dass sich die Kombination moderner Heiztechnik mit regenerativen Energieträgern, wie der Solarthermie, weiter durchsetzt. "Derzeit werden nur 8 % der Heizungsmodernisierungen mit einer Solaranlage kombiniert. Dieser Anteil sollte besser bald bei 80 % oder mehr liegen. Hier wird noch erhebliches Energiespar- und Emissionsminderungs-Potenzial verschenkt."rus
Quelle: VDI nachrichten, Frankfurt, 18.2.05
