BDH begrüßt neues Förderkonzept des BMWi, bedauert aber den verfrühten Förderstopp für Brennwerttechnik

Köln/Berlin, 18. Mai 2017 – Mit der vergangene Woche veröffentlichten „Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien“ legt das Bundeswirtschaftsministerium ein Konzept zur Neuordnung der Energieeffizienzförderung vor. Die finanzielle Förderung leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele. Positiv bewertet der BDH in diesem Zusammenhang die geplante Zusammenlegung der KfW-Programme mit denen des Marktanreizprogrammes (MAP) und die damit einhergehende Vereinfachung der Förderlandschaft. Ebenso begrüßt der BDH die auch weiterhin vorgesehene Förderung von Hybridsystemen. „Die Heizungsindustrie steht zu den Klimazielen der Politik und bietet bereits heute technische Lösungen an, mit denen diese zu erreichen sind. Um Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Wärmemarkt voranzubringen, bedarf es einer attraktiven und vor allem technologieoffenen Politik der Anreize“, sagt BDH-Präsident Manfred Greis.

Kritisch sieht der Verband allerdings den im Jahr 2019 geplanten Förderstopp für Brennwertkessel. „Dieser Ausschluss kommt deutlich verfrüht und setzt ein falsches politisches Signal. Die Heizungsindustrie teilt die Auffassung, dass mit dem Ausbau der erneuern Energien künftig die Bedeutung von Wärmepumpen, die sich im Neubau bereits durchgesetzt haben, auch im Bestand deutlich zunehmen wird. Doch auf dem Weg hin zu einem klimaneutralen Gebäudebestand im Jahr 2050 stehen wir noch vor mindestens zwei Sanierungszyklen. Zunächst aber müssen die Ziele für 2030 erreicht werden, und dazu muss die Modernisierungsrate schnellstens spürbar gesteigert werden. Das wird nicht funktionieren, wenn die Brennwerttechnik mit ihren 90 Prozent Marktanteil durch Ankündigung des Förderstopps schon jetzt diskriminiert wird. So wird der seit Jahren anhaltende Modernisierungsstau zementiert, viele potenzielle Investoren werden die Modernisierung ihrer Altanlagen gänzlich unterlassen“, erläutert BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke.

In Deutschland sind rund 21 Millionen zentrale Heizungsanlagen installiert, davon gelten ca. 14 Millionen gas- oder ölbasierte Systeme als veraltet. Mit moderner Brennwerttechnik lassen sich zwischen 20 und 30 Prozent an Energie und entsprechende CO2-Mengen einsparen. Wird ein Brennwertkessel mit Solarthermie gekoppelt, sind sogar Einsparungen von bis zu 40 % möglich. Im Übrigen hat die Brennwerttechnik vor dem Hintergrund von Power-to-X-Konzepten als weitere Option zur Sektorkopplung neben der Elektrifizierung auch in einem CO2-neutralen Wärmemarkt durchaus eine Zukunftsperspektive.  

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