Wärmewende und Green Deal der EU

Der European Green Deal wurde von der EU im Dezember 2019 vorgestellt. Das Konzept verfolgt das langfristige Ziel, Europa im Jahr 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Für das Etappenziel im Jahr 2030 legte die EU nun eine CO2-Reduktion von mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 fest. Der Gebäudebereich und somit auch der Wärmemarkt als größter Energieverbrauchssektor Deutschlands und Europas spielen bei der Erreichung dieser Ziele eine zentrale Rolle.

Keine Energiewende ohne Wärmewende: Der Gebäudebereich ist der größte Energieverbrauchssektor

Der Gebäudebereich, auf den laut Aussage der EU-Kommission rund 40 % des Energieverbrauchs entfallen, bildet den Schlüssel für die Zielerreichung. Auch in Deutschland ist der Gebäudebereich und damit der Wärmemarkt von zentraler Bedeutung. Deutschlands gesamter Endenergieverbrauch liegt bei rund 2.500 Terawattstunden (TWh). Ein Drittel hiervon, also etwa 800 TWh entfallen alleine auf die Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserbereitung. Der Strombereich liegt weit darunter mit etwa 520 TWh. Die höchsten Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale aller Energieverbrauchssektoren Deutschlands mit Ausnahme des Kohlestroms liegen also im Gebäudebereich.

Ambitionierte Klimaziele sind erreichbar

Die Verschärfung der europäischen Klimaziele im Rahmen des Green Deals hat erhebliche Konsequenzen auf die deutsche Situation. Geht man theoretischen davon aus, dass das 55%-Ziel eins zu eins auf den deutschen Gebäudebereich übertragen wird, so muss der CO2Äq-Ausstoß, ausgehend vom Jahr 2020, von 118 Mio. Tonnen pro Jahr auf 60 Mio. Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Technisch ist diese ambitionierte Zielsetzung durch einen Dreiklang erreichbar:

  1. Durch die beschleunigte Modernisierung von rund 12 Millionen veralteten Heizungsanlagen lassen sich rund 70% der bis 2030 benötigten CO2Äq-Einsparung realisieren. Die deutschen Hersteller bieten ein umfangreiches Produktportfolio an von der effizienten Brennwerttechnik (auch als H2ready), über Wärmepumpen und Holzzentralheizungen bis hin zu hybriden Heizsystemen sowie KWK-Anlagen und Brennstoffzellenheizungen.
  2. Die Energieträger im Wärmemarkt werden zusätzlich zur Dekarbonisierung beitragen. Künftig werden die Anteile von grünem und blauem Wasserstoff, Biomethan, grünem Strom, E-Fuels und Holzenergie im Wärmemarkt deutlich zunehmen und weitere CO2Äq-Einsparungen ermöglichen.
  3. Maßnahmen an der Gebäudehülle wie zum Beispiel die Dämmung von Gebäuden hebt weitere CO2Äq-Einsparpotenziale